Schwetzingen
Christoph Edel und Joachim Kabamba haben ihre Ausdauer auf der Ultralangstrecke bewiesen. Joachim Kabamba hat in Südafrika schon einmal Weltmeisterluft vorgeschnuppert: Beim Comrades-Marathon lief er die 90 Kilometer von Pietermaritzburg nach Durban. Für die etwa 23.000 Starter gilt ein strenges Zeitlimit von 12 Stunden. Wer auch nur eine Sekunde später ins Ziel laufen will, wird nicht mehr gewertet. 15.000 schafften das Zeitlimit, bei den anderen flossen schon einmal die Tränen. Aber der Schwetzinger Joachim Kabamba musste sich keine Sorgen machen. Er war sehr gut trainiert, hat schon zwölf Marathons absolviert und schaffte sein Ziel „unter zehn Stunden“ mit 9:57:55 Stunden recht genau. Damit kam er auf einen Gesamtrang im vorderen Drittel. Der 43-jährige Schwetzinger ist ein Genussläufer. Sein Motto: „Jedes Jahr ein- bis zweimal einen Marathon an einem schönen Ort mitmachen“. Dies führte ihn bisher beispielsweise nach Boston, New York, Vancouver oder Kenia. Seine Marathonbestzeit steht bei starken 3:23 Stunden.
Der südafrikanische Comrades-Marathon war nun sein erster Lauf über die Ultralangstrecke (Als Ultralangstrecke gilt alles länger als Marathon). Obwohl die Strecke insgesamt ein Gefälle aufweist, sind doch die ständigen An- und Abstiege auf den ersten 51 Kilometern sehr anspruchsvoll. „Man erlebt eine Abwechslung in der Vegetation, läuft immer auf einer Landstraße mal durch Städte, mal durch Landschaft“, schwärmt der Ingenieur, der durch die Arbeit als beratender Ingenieur seiner Firma Aerospace GmbH viel ins Ausland reisen muss und Laufen als Sport ideal findet. Kabamba, der übrigens auch zum Organisationsteam des Schwetzinger Spargellaufes gehört, hatte sein Training in der Vorbereitung dieses Mal radikal umgestellt. Er absolvierte nur vier lange Läufe für die Ausdauer. Statt weiterer Langstrecken baute er mehrmals pro Woche 1000m-Intervalle ein, statt 80 bis 100 Wochenkilometern lief er nur 50km.
Ganz anders der andere Schwetzinger Ultraläufer Christoph Edel. Begonnen hat er mit Marathons, nun ist er schon mehrfach bei Ultralangstrecken gestartet (darunter einmal ein 24-Stunden-Lauf). Er trainiert 70 Km pro Woche. Eine Einheit ist ein Vier-Stunden-Lauf am sehr frühen Samstagmorgen. Der dreifache Familienvater gestaltet sein Training möglichst familienfreundlich und steht dafür auch schon mal um 5 Uhr morgens auf, um rechtzeitig zum Frühstück wieder zu Hause zu sein. Christoph Edel startete nun zum vierten Mal bei dem legendären 100km-Lauf in Biel. Der Lauf beginnt um 22 Uhr, Sportler laufen durch die Nacht in den morgendlichen Sonnenaufgang. Es ist ein Landschaftslauf mit einigen sehr schwierig zu laufenden Passagen. Auf manchen Pfaden vermisste er seine Stirnlampe. Dieses Jahr hatte er als Begleitung seine 13-jährige Tochter Tatjana dabei – sie fuhr die Strecke mit dem Rad mit: „Mir haben nach einiger Zeit die Arme wehgetan“, meinte Tatjana zu der Anstrengung über die 100 Kilometer, die auch für sie eine Herausforderung waren. Mit 11:15 Stunden war der 43-jährige Schwetzinger, der als Statistiker in der Pharma-Marktforschung in Frankfurt arbeitet, zufrieden, aber zugleich angespornt: „Nächstes Mal muss eine 10 vorne stehen.“ Edel hatte dieses Jahr auch schon den Rennsteiglauf über 73 Kilometer absolviert.
Bei beiden Läufen kam er in den Bereich seiner Bestzeit. Nun liebäugelt er noch mit einem Start beim Schwäbisch-Alb-Marathon, dann wäre er wieder einmal in der Europacup-Wertung für Ultralangstrecken.















